Virtuelles Klassenzimmer

Das im Jahr 2011 von der Stiftung  „Große Hilfe für kleine Helden“ in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn  ins Leben gerufene Projekt „Virtuelles Klassenzimmer“ wurde von den Initiatoren weiterentwickelt.  Ursprünglich waren es zwei Laptops und eine Skype-Verbindung, die es den jungen Langzeitpatienten ermöglichte, die Verbindung vom Krankenbett aus in die Heimatschule aufrecht zu erhalten. Nun steht ihnen ein Telepräsenzroboter zu Verfügung. Dieser Roboter besteht aus einer Art „Mini-Segway“ und ist mit Tablet, Mikrofon und zwei  Kameras ausgestattet. Er  steht in der Heimatschule und lässt sich ebenfalls über eine WLAN-Verbindung  mit einem Tablet vom Patienten selber aus dem Krankenzimmer steuern. Dabei geht es nicht nur um die reine Vermittlung von Lernstoff, sondern auch um die Aufrechterhaltung der sozialen Kontakte zu Mitschülern und Freunden, um nach der Genesung die Wiedereingliederung in die Klassengemeinschaft zu erleichtern.

9. Verleihung des Kroschke Förderpreises "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder"

"Große Hilfe für kleine Helden" wurde bei der Verleihung des Förderpreises der Kroschke-Stiftung in Braunschweig für sein Projekt Virtuelles Klassenzimmer ausgezeichnet. Die Kroschke-Stiftung würdigt mit ihrem Förderpreis Initiativen, die sich ehrenamtlich für die Gesundheit von Kindern einsetzen und dabei neue Wege beschreiten. Um den Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, hatten sich 65 Einrichtungen aus ganz Deutschland beworben. „Große Hilfe für kleine Helden“ erhielt gemeinsam mit dem Verein „Anderes Sehen" aus Berlin einen der beiden Anerkennungspreise in Höhe von je 2500 Euro. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Kinder- und Jugendhilfe Bremen für ein Assistenzprogramm für an Diabetes erkrankte Kinder.

Die Initiatorin des Virtuellen Klassenzimmers, Dr. Sylvia Bochum, nahm den Preis vor 250 Ehrengästen in der 800 Jahre alten St. Martini Kirche am Braunschweiger Altstadtmarkt entgegen. Das gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Haag von der Hochschule Heilbronn (HHN) entwickelte Projekt ermöglicht chronisch kranken Kindern, vom Krankenbett aus am Unterricht ihrer Heimatschule teilzunehmen und den Kontakt zu den Klassenkameraden so ständig aufrecht zu erhalten.

Das erste Kind, das im vergangenen Jahr dieses neue Angebot an der Heilbronner Kinderklinik nutzte, war der 8-jährige Felix, der so trotz des langen Klinikaufenthalts für neun Monate in seine Klasse an der Grundschule Möckmühl eingebunden war. Mit Hilfe des Virtuellen Klassenzimmers gelang es, für Felix auch in der Klinik ein Stück Alltagsnormalität zu schaffen. Die unabhängige Jury des Kroschke-Förderpreises würdigte unter anderem den bundesweiten Modellcharakter, den dieses Projekt auch für andere Kinderkliniken und Institutionen, wo kranke Kinder behandelt werden, haben könnte.

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